Man verlässt, was man liebt, damit man nicht verlassen werden kann.

"So geht es nicht weiter", sagt sie ernst und funkelt mich böse an. Ich nicke und bringe ein leises "Ich weiß" herraus. "Du weißt was?",fragt sie mich ernst. "Dass ich mich ändern muss". Sie wirkt entspannter, "Das ist gut, denn das musst du wissen. Solange du das nicht weißt, kann sich gar nichts ändern". Ich nicke, weil ich weiß was sie meint, weil ich weiß, dass es so nicht weiter geht. "Du musst wissen was dir wichtig ist", setzt sie an, "und für was du kämpfen willst". Ich stimme ihr zu und gebe keine patzigen Antworten. Ein Mensch rennt, ein Mensch bleibt stehn und erkennt. - und ich bin viel zulange gerannt. Geflohen vor der Tatsache, dass das einzige was gleich bleibt, die Veränderung ist.

eckstein, eckstein alles muss perfekt sein.

"Und überhaupt ist diese ganze Welt ein Haufen scheiße, mehr nicht". Ich gucke sie traurig an. Keine gespielte Traurigkeit, auch keine Mitleidsnummer, es macht mich wirklich traurig. Ich muss nichts sagen, sie redet einfach weiter. Das ist gut, sie soll ruhig reden, das tut gut, ich weiß das. "Das heutige Cool besteht doch eh nur draus andere Menschen fertig zumachen. Ihnen zuzeigen was für Fehler sie machen und wie zerbrechlich sie sind", ihr Blick verlässt ihren Arm und erreicht mich. "Du, ich, und alle anderen machen es und weißt du wieso? Weil keiner richtig für einen da ist, weil keiner sich die Mühe macht andere glücklich zumachen. Weil einfach alle scheiße sind". Ihre Worte sind hart, dennoch stimme ich ihr in jedem Punkt zu. "Wer schneidet sich schon aus Spaß fast 100 Mal in den Arm?", sie lacht ironisch und zieht den Ärmel von ihrem Pullover hoch. Gänsehaut umfasst mich, "Keiner, auch nicht du", sage ich langsam und versuche ihr dabei in die Augen zuschauen. "Doch, ich, die dahinten, der kerl dadrüben, das Weib davorne und du". Ein Zucken durchfährt mich. Sie hat recht, schonwieder.